Zielvereinbarungen und variable Einkommen (Teil 1)

 
  Kurzstudie in Ostwestfalen-Lippe  
     
 

Juvo – Personal im Mittelstand befragte in einer Blitzlichtstudie mittelständische Unternehmen aus Ostwestfalen-Lippe zu Stand bzw. Stellenwert der Führungsinstrumente „Führen mit Zielen“ und „variable Einkommen“ und entwickelte Handlungsempfehlungen.

 
     
 

Für die Studie „Stellenwert von Zielvereinbarungen und variablen Einkommen in mittelständischen Unternehmen“ befragte das Beratungsunternehmen juvo Vorstände, Geschäftsführer und Personalchefs ostwestfälischer Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor (B2B), Maschinenbau und Elektroindustrie.  Es zeigte sich, dass die Mehrzahl der Befragten beide Führungsinstrumente kannte und bereits im Unternehmen einsetzte. Nach einhelliger Meinung wirken sich beide Instrumente positiv auf die Mitarbeitermotivation und somit auf die Unternehmen aus.

 
     
  Führen mit Zielen  
  Wie die Umfrage zeigte, hat die Methode „Führen mit Zielen“ nicht an Aktualität eingebüßt. Doch Qualität und Umfang der Ziele mit denen geführt wird haben sich gewandelt. Bestanden in den vergangenen Jahren die formulierten Ziele noch hauptsächlich aus Ertrags- und Umsatzzahlen, so werden heute auch Ziele festgeschrieben, die der Erweiterung der persönlichen Kompetenzen eines Mitarbeiters dienen. Das bedeutet, dass „Führen mit Zielen“ nicht mehr nur als Instrument zur Erreichung operativer Ziele, sondern auch zur Personalentwicklung, eingesetzt wird.  
 
 
 

Gut formulierte Kompetenzziele sind vor allem messbar und für den Mitarbeiter verständlich. Sie motivieren nicht nur, sondern dienen darüber hinaus der Potenzialentwicklung. Viele Firmen haben aber nur wenig Erfahrung mit der Potenzialentwicklung. Daher besteht die Gefahr, dass Mitarbeiter gerade unklar formulierte Kompetenzziele und deren Erreichung schwer nachvollziehen können. Sie haben deshalb das Gefühl, per Nasenfaktor durch den Vorgesetzten bewertet zu werden. Das führt zu einem existenziellen Vertrauensverlust und demotiviert nachhaltig.

 
     
  Variable Einkommen  
  Variable Einkommensmodelle werden in der Regel Führungskräften und hochrangigen Spezialisten angeboten. Dabei richtet sich in den meisten Fällen die Höhe der auszuzahlenden Prämie nach den vereinbarten Zielen und deren Erreichung. Es wird also die tatsächliche Leistung bzw. der Erfolg als Kennzahl herangezogen.  
   
  „Führen mit Zielen“ und variable Einkommensmodelle sind grundsätzlich zwei verschiedene Instrumente, die nicht zwangsläufig zusammengehören. „Führen mit Zielen“ ist ein effizientes Motivations- und Führungsinstrument, das für bestimmte Mitarbeitergruppen, aber auch auf das gesamte Unternehmen angewendet werden kann. „Variables Einkommen“ ist ebenfalls ein gutes Führungsinstrument, das jedoch für bestimmte Mitarbeitergruppen wie Führungskräfte und Spezialisten entwickelt wurde. Wird es auf das gesamte Unternehmen angewendet, demotiviert es im Zweifel die Mitarbeiter und birgt wirtschaftliche Gefahren. So fallen Prämien in wirtschaftlich schwierigen Zeiten oft geringer aus, als von den Mitarbeitern aufgrund ihrer Leistungen und relativen Erfolge erwartet („... konnten wir die Verluste halbieren“). Werden Prämien darüber hinaus nicht an die wirtschaftliche Situation angepasst, so können finanzielle Schieflagen bis hin zur Zahlungsunfähigkeit verstärkt werden.  
   
 
Fallbeispiel und Regeln für die Zielformulierung